Business Central – Lagerorte

Im vorigen Artikel habe ich mich mit der Lagereinrichtung beschäftigt und ein nicht ganz unwichtiger Punkt dort ist die Frage, ob man Lagerorte verwenden will. Ist die Antwort ja, dann müssen diese Lagerorte auch angelegt und entsprechend konfiguriert werden. Es g

Lagerorte

Lagerorte

Im vorigen Artikel habe ich mich mit der Lagereinrichtung beschäftigt und ein nicht ganz unwichtiger Punkt dort ist die Frage, ob man Lagerorte verwenden will. Ist die Antwort ja, dann müssen diese Lagerorte auch angelegt und entsprechend konfiguriert werden. Es gibt aber darüber hinaus mit den Logistikfunktionen eine sehr komplexe Möglichkeit Warenflüsse zu steuern und auszuwerten, die Parameter dafür werden ebenfalls über den Lagerort gesteuert. Zu den Möglichkeiten der Logistikfunktionen komme ich in einem eigenen, ausführlichen Artikel, hier geht es rein um Lagerorte und die möglichen Parameter.

Grundsätzlich sind Lagerorte eine gute Möglichkeit, um sehr einfach etwas mehr Transparenz in den Warenfluss und in die Struktur der Lagerwerte zu bringen. Wenn Sie beispielsweise das Durchschnittspreisverfahren verwenden, dann macht es wenig Sinn, Neu- und Gebrauchtware in einem Lagerort zu mischen da ja damit die Einstandspreise verwässert würden. Gleiches gilt z. B. für Reparatur- oder Leihläger wo wiederum die Kundenzuordnung und/oder der Zustand der Ware wichtig ist. Und dann gibt es natürlich noch Speditions-, Zoll-, Transit-, Monteur- und sonstige Läger die alle irgendwie bezeichnet und damit unterschieden werden wollen – wenn Ihr Geschäft das verlangt.

Und selbstverständlich müssen Lagerorte nicht notwendigerweise physisch getrennte Einheiten sein sondern können auch lediglich logisch getrennt sein.

Beachten Sie aber bitte: in den meisten Fällen wird es ausreichend sein, die ersten beiden Register der Lagerort Karte auszufüllen. Und selbst das Register zum Thema Adresse ist nicht notwendig, wenn sich ihr Lager an der Firmenadresse befindet.

Lagerort Allgemein und Adress

Allgemein

Code

Erfassen Sie hier den Code für das Lager, diesen verwenden Sie auf diversen Belegen und es empfiehlt sich daher, auch bereits den Code sprechend zu machen. Verwenden Sie einen abgekürzten Ortsnamen oder Funktionsnamen wenn Sie z. B. Läger für Gebraucht- oder Reparaturwaren anlegen. Bei Autos empfiehlt sich z. B. das Kennzeichen. Sie haben hier 10 alphanumerische Zeichen zur Verfügung.

Name

Geben Sie hier den Namen des Lagerorts sein, dieser kann auf Dokumenten gedruckt werden und wird auch bei der Auswahl angezeigt. Die maximale Länge beträgt 100 Zeichen.

Als Transitlager verwenden

Nur wenn dieser Schalter hier auf ja steht, dann kann dieser Lagerort als Transitlager bei z. B. Umlagerungen verwendet werden. Sie sollten immer dezidierte Transitlager verwenden.

Adresse und Kontakt

Erfassen Sie hier in üblicher Art die Adresse des Lagerort, diese wird auf Dokumenten wie Lieferscheinen, Bestellungen oder Umlagerungs-Aufträgen verwendet

Lagerort Logistik

Logistik

Die folgenden Felder werde ich kurz beschreiben ohne jedoch dabei auf die tiefere Bedeutung einzugehen. Wichtig ist, dass diese Schalter nur verwendet werden müssen, wenn Sie erweiterte Lager- bzw. Logistikfunktionen nutzen wollen. Im normalen Handelsbetrieb wird eine komplexe (=arbeitsteilige) Abwicklung eher selten sein.

Wareneingang erforderlich (receipt)

Gibt an, ob dieser Lagerort beim Wareneingang einen Eingangsbeleg erfordert. Dies bedeutet, dass ein Wareneingang nicht über das Buchen einer Bestellung erzeugt werden kann sondern nur über den Menüpunkt “Wareneingänge”. Beachten Sie dazu bitte auch die erforderlichen Nummernkreise in “Lager Einrichtung” und “Logistik Einrichtung” sowie die Einrichtung des betreffenden Benutzers als Lager Mitarbeiter (Details wie gesagt bei den Funktionen in einem späteren Artikel)

WARENAusGANG ERFORDERLICH (Shipment)

Hier gilt das oben Gesagte analog. Allerdings muss hier auch kommissioniert werden, beachten Sie daher die notwendigen Nummernserien in Lager Einrichtung, Logistik Einrichtung und Debitoren & Verkauf Einrichtung

Einlagerung erforderlich (Put-Away)

Gibt an, ob der Lagerort beim Einlagern von Artikeln eine dedizierte Lageraktivität erfordert. Dieser Vorgang kann entweder alleine oder zusammen mit dem Punkt Wareneingang aktiviert werden. Das Zubuchen der Ware erfolgt bei der Einlagerung (wenn nur dieser Punkt aktiviert wurde) oder beim Wareneingang (wenn beide Punkte angehakt sind).

Einlagerungsarbeitsb. verwenden (put-away worksheet)

Gibt an, ob Einlagerungen für gebuchte Lagerzugänge mit dem Einlagerungs-Arbeitsblatt erstellt werden müssen. Wenn das Kontrollkästchen nicht aktiviert ist, werden Einlagerungen direkt erstellt, wenn Sie einen Lagerzugang buchen.

Kommissionierung erforderlich (Pick)

Dies ist das Gegenstück zur Einlagerung, manchmal auch Lagerentnahme genannt.

Lagerplatz notwendig

Über diesen Parameter wird festgelegt, ob die Angabe eines Lagerplatzes für alle Transaktionen dieses Lagers verpflichtend ist. Bitte beachten Sie hier, dass der Wareneingang über Bestellungen immer nur einen Lagerplatz pro Zeile zulässt. Wollen Sie Lieferzeilen auf mehrere Lagerplätze aufteilen so müssen Sie Einlagerungen verwenden.

Gesteuerte Einlag. u. Kommiss.

Gibt an, ob für den Lagerort erweiterte Logistikfunktionen wie z. B. berechnete Lagerplatzvorschläge, erforderlich sind. Das Setzen dieses Parameters auf “Ja” bewirkt auch eine automatische Änderung von fast allen anderen Parametern auf “Ja”.

MDE verwenden

Um MDE (mobile Datenerfassung) nutzen zu können, müssen Sie für jeden im Lager vorhandenen Artikel einen Artikelbezeichner angeben. Sie müssen außerdem Miniforms, Endgerätfunktionen, Datenaustausch einrichten und Einstellungen für Felder vornehmen, die MDE steuern. Hier legen Sie fest, ob MDE für dieses Lager verwendet werden soll.

Vorg.-Lagerplatzauswahl

Dieser Punkt ist nur aktiv, wenn auch der Schalter zum verpflichtenden Lagerplatz auf ja steht. Dann können Sie hier wählen, ob die standardmäßige Lagerplatz Auswahl ein bestimmter Lagerplatz ist oder der zuletzt verwendete.

Ausgeh. Lagerdurchlaufzeit

Hier kann eine Datumsformel für die Zeit erfasst werden, die benötigt wird, um Artikel von diesem Lagerort lieferbereit zu machen. Das Zeitelement wird bei der Berechnung des Lieferdatums folgendermaßen verwendet: Warenausgangsdatum + Ausgehende Lagerdurchlaufzeit = Geplantes Warenausgangsdatum + Transportzeit = Geplantes Lieferdatum.

Eingeh. Lagerdurchlaufzeit

Gibt die benötigte Zeit an, um Artikel dem verfügbaren Lagerbestand hinzuzufügen, nachdem die Artikel als „geliefert“ gebucht wurden. Typischerweise ist das die Zeit die im Lager gebraucht wird, um die Artikel zu “verräumen”.

Basiskalendercode

Gibt einen anpassbaren Kalender zur Lieferungsplanung an, der die Arbeitstage und die Feiertage des Standorts enthält. Dies macht natürlich vor allem dann Sinn, wenn dieser Lagerstandort z. B. in einem anderen Land ist.

Benutzerdefinierter Kalender

Gibt an, ob der Standort über einen angepassten Kalender mit anderen Arbeitstagen als im Basiskalender des Unternehmens verfügt. Über einen Klick auf den Link bei “ja” oder “nein” kann der entsprechende Kalender geöffnet und geändert werden. Dies wird vor allem dann notwendig sein, wenn Sie beispielsweise Betriebsferien machen oder an speziellen Tagen in diesem Lager nicht gearbeitet wird.

Zuordnung verwenden

Die Übersetzung hier ist wieder grenzenloser Schwachsinn, gemeint ist das sogenannte cross-docking, dafür gibt es im Deutschen keine wirklich gute Übersetzung (eine andere Bezeichnung wäre z. B. Trans-Shipment). Dabei geht es darum, Sendungen ohne weitere Manipulationen vom Wareneingang direkt in den Warenausgang weiterzuleiten. Dieser Parameter gibt an, ob diese Verfahrensweise für diesen Lagerort zugelassen sein soll. Auch hier mehr dazu beim Thema Logistik.

Zuord.-Fälligkeitsdatum ber.

Gibt eine Datumsformel für das Fälligkeitsdatum der Cross Docking Operation an.

Lagerort Lagerplätze

Lagerplätze

In diesem Register definieren Sie die Standard-Lagerplätze für Aktionen im Zusammenhang mit Logistik und Produktion. Beachten Sie bitte, dass einzelne Optionen nur im Zusammenhang mit gesetzten Parametern im Register Logistik aktiviert sind. Zusätzlich müssen natürlich die entsprechenden Lagerplätze vorab auch definiert worden sein.

Lagerort Lagerplatzprüfung

Lagerplatzprüfung

Auch diese Übersetzung scheint mir fragwürdig, im Original geht es um “Lagerplatz Richtlinien” was auch die Punkte unten besser beschreibt. Die Texte sind weitestgehend der Onlinehilfe entnommen, eine Erklärung dazu bzw. die Möglichkeiten der Verwendung dann ebenfalls beim Thema Logistik.

Lagerhilfsmittel

Hier wird definiert, wo das Programm nachsehen soll wenn Lagerhilfsmittel benötigt werden – gemäß dem Lagerplatz oder gemäß den Artikeln bzw. den Lagerhaltungsdaten des Artikels (SKU)

Lagerplatzkapazitätsprüfung

Über diesen Parameter kann bestimmt werden, wie Lagerplätze gemäß ihrer Kapazität aufgefüllt werden. Entweder wird die Kapazität nie geprüft oder es wird bis zum Maximum oder über das Maximum aufgefüllt.

Gebindeanbruch zulassen

Gibt an, dass ein Auftrag mit in alternativen Einheiten gespeicherten Artikeln ausgeführt wird, wenn ein in der angeforderten Einheit gespeicherter Artikel nicht gefunden wird. Beispielsweise mit Flaschen statt Kartons.

Einlagerungsvorlagencode

Gibt die für den Lagerort verwendete Einlagerungsvorlage an.

Einlag.-Zeilen immer erstellen

Gibt an, dass eine Einlagerungszeile auch dann erstellt wird, wenn keine geeignete Zone und kein Lagerplatz für die Einlagerung der Artikel gefunden werden kann.

Komm.-Zeilen immer erstellen

Gibt an, dass eine Kommissionierzeile auch dann erstellt wird, wenn keine geeignete Zone und kein Lagerplatz für die Kommissionierung des Artikels gefunden werden kann.

Gemäß FEFO kommissionieren

Gibt an, ob mit der FEFO-Methode (First Expired – First Out – englisch für etwa „Zuerst ablaufend – zuerst hinaus“) festgelegt wird, welche Artikel entsprechend ihrer Ablaufdaten kommissioniert werden sollen.

Weiterführende Links zu diesem Thema:

Lagerverwaltung (link)
Lagerübersicht (link)


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