Kreditoren Stammdaten – Fakturierung, Zahlung, Lieferung

Kreditoren Stammdaten Fakturierung Zahlung Lieferung

Kreditoren Stammdaten – Fakturierung, Zahlung, Lieferung

Der zweite Teil zum Thema Kreditoren Stammdaten beschäftigt sich mit den Blöcken Fakturierung, Zahlung und Lieferung. Auch hier gilt, so wie im ersten Teil, dass viele Punkte und Begriffe ident mit jenen aus dem Debitoren Bereich sind. Wundern Sie sich daher nicht, wenn ich hier teilweise einfach nur kopiert und die Begriffe geändert habe (shame on me).

Fakturierung

Kreditoren Stammdaten Fakturierung
USt-IdNr.

Bedeutet Umsatzsteueridentnummer und diese sollte hier eingetragen werden. Diese Nummer ist nicht nur für Geschäfte mit EU Lieferanten erforderlich sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch für Inlandsgeschäfte. Bitte beachten Sie: In Abhängigkeit von den Eintragungen in der Tabelle Länder/Regionen findet hier eine formale Prüfung der UID statt (also Länge und führende Buchstaben).

GLN

Die Global Location Number des Lieferanten. Die Nummer basiert auf dem GS1-Standard, der mit ISO 6523 konform ist und wird auf Antrag von der jeweiligen lokalen GS1 Organisation vergeben. Allerdings: bis dato hat sich noch kein Nummerierungssystem weltweit durchgesetzt.

Zahlung an Kred.-Nr.

Die Nummer eines anderen Kreditors, den Sie für Produkte bezahlen, die vom aktuellen Kreditor geliefert werden. Diese Einstellung kann selbstverständlich auf Bestellungen und/oder Rechnungen geändert werden.

EK-Preise inkl. MwSt.

Hier legen Sie fest, ob die Felder ‚VK-Preis‘ und ‚Zeilenbetrag‘ in Belegzeilen mit oder ohne MwSt. angezeigt werden. Sie können diese Einstellungen allerdings bereits in den Vorlagen definieren und sollten dies bitte auch tun.

Steuernummer

Hier können Sie die Steuernummer des Lieferanten erfassen wenn dies notwendig sein sollte (ein spezielles Feld für die Umsatzsteueridentnummer existiert ja sowieso). In den meisten Fällen können Sie daher dieses Feld getrost ausblenden oder für andere Informationen verwenden.

Buchungsdetails

Geschäftsbuchungsgruppe

Hier können Sie aus den zuvor definierten Geschäftsbuchungsgruppen die für diesen Kreditor gültige auswählen. Gewöhnlich gibt es zumindest drei Geschäftsbuchungsgruppen, eine für Inland, eine für EU und eine für nicht EU Kunden. Die Geschäftsbuchungsgruppe ergibt zusammen mit der Produktbuchungsgruppe (das Pendant im Artikelstamm) über die so genannte Buchungsmatrix die Konten, auf die die verschiedenen Geschäftsfälle automatisch gebucht werden. Die Details dazu entnehmen Sie bitte dem Beitrag zur Buchungsmatrix

MwSt.-Geschäftsbuchungsgruppe

Hier gilt das oben Gesagte entsprechend, allerdings eben für die Mehrwertsteuer Buchungsmatrix. Auch hier wird grundsätzlich in die drei Gruppen Inland, Ausland und EU unterschieden. Sollten Sie eine weitere Unterteilung auf mehr Vorsteuerkonten benötigen, so können Sie selbstverständlich die Anzahl der Gruppen erweitern.

Kreditorenbuchungsgruppe

Auch hier können Sie eine Buchungsgruppe aus einer Liste vordefinierter Buchungsgruppen auswählen. Allerdings sind hier die Konten direkt bei der Buchungsgruppe hinterlegt, es gibt also kein zweites Bestimmungskriterium. Die Kreditorenbuchungsgruppe wird in erster Linie zur Bestimmung der Hauptbuchsammelkonten (Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen) verwendet. Daneben gibt es noch diverse Rundungs- und Zinskonten.

Außenhandel

Währungscode

Wählen Sie hier den für diesen Debitor gültigen Währungscode aus. Dieser muss vorher definiert werden und sollte natürlich auch einen Umrechnungskurs zur Mandanten-/Heimatwährung hinterlegt haben. Für Debitoren die in der Mandantenwährung fakturiert werden lassen Sie dieses Feld leer. Bitte beachten Sie: Angebote oder Rechnungen werden automatisch in der hier definierten Währung erstellt. Sollte für Artikel oder Ressourcen kein Preis für diese Währung existieren, so wird automatisch der Preis aus der Mandantenwährung mit den jeweils hinterlegten Kurs umgerechnet.

Zahlungen

Kreditoren Stammdaten Zahlungen
Vorauszahlung %

Legt einen für diesen Kreditor anzuwendenden Vorauszahlungsprozentsatz fest, der immer dann gilt, wenn keine spezifischen Prozentsätze für Lieferant/Artikel definiert sind. Bitte sehen Sie sich dazu auch diesen Artikel an. Auch hier vermute ich, dass es nur wenige Fälle gibt wo man eine Vorauszahlung wirklich starr im Vorhinein festlegt. Sie können jederzeit eine Vorauszahlungsrechnung erstellen ohne hier eine Einstellung gemacht zu haben.

Ausgleichsmethode

Gibt an, wie Zahlungen an diesen Kreditor auf die offenen Posten angewendet werden. Wenn hier Apply to Oldest festgelegt ist, dann wird die Zahlung automatisch mit der ältesten offenen Rechnung abgeglichen, wenn Sie nicht explizit manuell einen Eintrag definieren. Ist hier Manual festgelegt, müssen die Posten immer manuell ausgeglichen werden. Sehen Sie dazu auch meine Bemerkungen bei den Debitoren.

Zlg.-Bedingungscode

Hier können Sie die Zahlungsbedingung für diesen Kreditor aus einer vorher definierten Tabelle auswählen. Festgelegt wird hier der Code, die Fälligkeit (das ist eine Datumsformel wie wir sie bereits kennen), die Skontofrist (ebenfalls eine Datumsformel), der Skontoprozentsatz soweit anwendbar, ein Kontrollkästchen das bestimmt ob auch auf Gutschriften Skonto berechnet werden soll und letztendlich die Beschreibung, dies ist der Text der dann auch auf den Belegen stehen kann. Wenn sie über die entsprechenden Berechtigungen verfügen, dann können Sie diese Liste direkt hier bearbeiten. Selbstverständlich können die hier festgelegten Zahlungsbedingungen auf Belegen manuell geändert werden.

Zahlungsbedingungen
Zahlungsformcode

Auch hier wählen Sie über eine vorab definierte Tabelle aus, wie diesem Kreditor gewöhnlicherweise Zahlungen übermittelt werden, In der Tabelle finden Sie folgende Angaben: den Code der die Zahlungsform identifiziert, eine Beschreibung die angedruckt werden kann und die Gegenkontoart die nur dann eine Rolle spielt, wenn auch ein Gegenkonto in der nächsten Spalte definiert ist. Wenn ein solches Konto existiert, dann wird bei einer Rechnung der erzeugte offene Posten sofort gegen das hier definierte (Verrechnungs)Konto ausgeglichen.

Über ein Häkchen im Kontrollkästchen ‚Lastschrift‘ wird einerseits definiert, ob es sich bei der Zahlungsform um eine Lastschrift handelt und daher keiner weiteren Aktionen zu setzen sind. Im Falle einer Lastschrift können Sie im nächsten Feld die dazu passenden Zahlungsbedingungen angeben.

Priorität

Gibt die Wichtigkeit des Kreditors an, wenn Zahlungen mithilfe der Funktion „Zahlungsvorschlag“ vorgeschlagen werden. Allerdings nur dann wenn der entsprechende Schalter gesetzt ist und wenn kein (!) verfügbarer Betrag angegeben wurde. BITTE AUSPROBIEREN.

Sie finden den Zahlungsvorschlag nicht in irgendeinem Menü und auch nicht über die TellMe Suche. Sie müssen ein ‚Zlg.-Ausg. Buch.-Blatt‘ öffnen und da drinnen ist dann unter ‚Vorbereiten‘ dieser Punkt. Warum einfach wenn es kompliziert auch geht (auf Englisch heißt es schlicht ‚Payment Journals‘).

zahlugsvorschlag

Business Central geht davon aus, dass die niedrigsten Nummern (außer 0) die höchste Priorität haben. Wenn Sie also z. B. 1, 2 und 3 verwenden, erhält 1 die höchste Priorität. Falls Sie einem Kreditor keine Priorität zuweisen wollen, lassen Sie das Feld Priorität leer. Wenn Sie dann die Funktion „Zahlungsvorschlag“ verwenden, wird dieser Kreditor nach den Kreditoren aufgeführt, die eine Priorität haben. Sie können so viele Prioritäten einrichten wie Sie benötigen.

Zahlungstoleranz sperren

Sie können in der ‚Finanzbuchhaltung Einrichtung‘ sogenannte Zahlungstoleranzen festlegen, das sind gewöhnlicherweise kleine Beträge die in Rechnungen offen bleiben können ohne dass dabei der Ausgleich der Rechnung berührt wird. Über diesen Parameter hier legen Sie fest, dass uns dieser Kreditor keine Zahlungstoleranz gwährt und daher Kleinstbeträge immer als offene Posten stehen bleiben.

Bevorzugter Bankkontocode

Sie können bei einem Kreditor beliebig viele Bankkonten hinterlegen. Hier legen Sie jenes Konto fest, das standardmäßig in Zahlungsausgangs Buch.-Blattzeilen für den Export in eine Zahlungsbankdatei verwendet wird.

Partnerart

Gibt an, ob der Kreditor eine Person oder ein Unternehmen ist. Hier müsste bei Bedarf geprüft werden, ob es auch hier einen Zusammenhang mit dem Lastschriftverfahren gibt.

Cashflow – Zlg.-Bedingungscode

Gibt eine Zahlungsbedingung an, die verwendet wird, um den Cashflow im Zusammenhang mit diesem Lieferanten zu berechnen. Leider habe ich dazu keinen konkreten Anwendungsfall und auch keine weiterführenden Informationen gefunden. Es könnte aber sein, dass ich im Zuge der Forecast Berechnungen hier nochmals darauf zurückkommen werde.

Gläubiger-Identifikationsnummer

Erfassen Sie hier (wenn erforderlich) eine weitere Kreditorennummer. Diese kann unterschiedlich zu der Nummer weiter oben sein und findet in erster Linie bei Exporten zu Zahlungszwecken Anwendung.

Lieferung

Kreditoren Stammdaten Lieferung
Lagerortcode

Gibt an, zu welchem Lagerort Lieferungen dieses Lieferanten standardmäßig bestellt werden. Diese Information kann selbstverständlich in Belegen geändert werden.

LieferbedingungsCode (INCOTerms)

Gibt an, welche Lieferform verwendet werden soll, wenn Sie Artikel von diesem Lieferant bestellen. Die entsprechenden Berechtigungen vorausgesetzt können Sie die dahinterliegende Liste hier editieren. Es handelt sich dabei aber rein um Text der gedruckt werden kann, ohne jede Funktionalität.

Beschaffungszeit

Hier wird eine Datumsformel erwartet, allerdings ist es eher unwahrscheinlich dass dieser Parameter Auswirkungen auf die Beschaffungszeit hat.

Die Dokumentation sagt: „Der Wert für die Vorlaufzeit (=Beschaffungszeit) auf der Lieferantenkarte wird nur verwendet, wenn auf der Artikelkarte, der Karte der Lagereinheit oder dem Artikellieferantenkatalog für den Artikel keine Vorlaufzeit angegeben ist. Dies ist auch die eskalierende Prioritätsreihenfolge für diese Werte. Wenn alle angegeben sind, hat die Vorlaufzeit von der Lieferantenkarte die niedrigste Priorität, und die Vorlaufzeit aus dem Lieferantenkatalog des Artikels hat die höchste Priorität.“

Basiskalendercode

Gibt einen anpassbaren Kalender zur Lieferungsplanung an, der die Arbeitstage und die Feiertage des Kreditors enthält.

Benutzerdefinierter Kalender

Für ganz spezielle Fälle können Sie an dieser Stelle definieren, dass Sie einen angepassten Kalender für diesen Kreditor verwenden wollen. Sie müssen allerdings in ihren Planungsberechnungen schon sehr weit fortgeschritten sein damit ein benutzerdefinierte Kalender eine Rolle spielen könnte </sarcasm>.

Eingangsüberschusscode

Hier können im Vorfeld oder auch ad hoc Codes definiert werden, mithilfe derer verschiedene Arten der Überlieferung zugelassen werden. Definieren Sie einen Code, eine Beschreibung, ob es sich bei diesem Code um den Standardcode handelt, das Ausmaß der möglichen Überschreitung in Prozent und ob eine Genehmigung über einen Workflow notwendig ist. Die Auswirkungen der Überlieferung werde ich bei Auftrag und Bestellung beschreiben.

Lieferanmahnungsmethodencode

Hier können Sie über eine, nur im Vorfeld definierbare, Liste einen Code auswählen, der bestimmt, wie viele Lieferanmahnungen maximal an den Lieferanten versendet werden. Ich werde bei den Bestellungen näher darauf eingehen.

Lieferantenmahnung code
Weiterführende Links zu diesem Thema:

Einen neuen Kreditor anlegen (link)
Kreditoren priorisieren (link)
Zahlungsvorschläge (link)
Standardwerte für die Vorlaufzeitberechnung (link)
Mehr Artikel erhalten als bestellt wurden (link)
Lieferanmahnung – speziell für AT (link)


Disclaimer: Wir wissen viel aber nicht alles und Fehler können passieren. Wenn Sie daher einen solchen finden – schreiben Sie uns bitte.

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