Artikel Stammdaten – Planung

Planung

Artikel Stammdaten – Planung

In diesem Abschnitt beschäftige ich mich mit den Artikelparametern die für die Planung wichtig sind. Seien Sie aber gewarnt – das ist ein ganz schöner Brocken und Sie sehen hier nur die Spitze des Eisbergs. Vermutlich werden ich im Laufe der Zeit einige Unterkapitel dazu schreiben. Allerdings, und das ist die gute Nachricht, sind viele Einstellungen nur relevant wenn Sie auch das Produktionsmodul einsetzen (Variante Premium).

Artikelkarte 8
Wiederbeschaffungsverfahren

In Abhängigkeit des hier gewählten Wiederbeschaffungsverfahren werden die Bestellvorschläge berechnet. Diese heißen aktuell (BC 17) leider nicht so – Sie finden Bestellvorschläge unter dem Begriff ‚Bestellarbeitsblätter‘ (Planning Worksheets). Sie können hier ‚Feste Bestellmenge‘, ‚Auffüllen auf Maximalbestand‘, ‚Auftragsmenge‘ oder ‚Los-für-Los‘ einstellen. Ich empfehle bei Handelsartikeln das ‚Los-für-Los‘ als Standard einzustellen, dies bedeutet natürlich, dass auch die Parameter dafür (siehe weiter unten) gepflegt werden müssen.

Achtung: Wenn dieses Feld leer bleibt dann werden keine Bestellvorschläge berechnet!


Reservieren

Gibt an, ob und wie der Artikel reserviert werden soll. „Nie“: Es ist nicht möglich, den Artikel zu reservieren. „Optional“: Sie können den Artikel manuell reservieren. „Immer“: Der Artikel wird automatisch nach Bedarf aus dem Lagerbestand reserviert, wie z. B. für Verkaufsaufträge, Bestellungen, Montageaufträge und Fertigungsaufträge.

Für die Praxis bedeutet das, dass reservierte Artikelmengen so behandelt werden, als ob sie nicht auf Lager wären. Es ist zwar ein Bestand vorhanden und man sieht diesen auch, wenn man sich jedoch dann die tatsächliche Verfügbarkeit ansieht dann ist diese geringer weil die reservierte Menge bereits abgezogen wurde. Es ist letztendlich eine Business Entscheidung, ob und wie Artikel reserviert werden sollen. Grundsätzlich ist die Auswahl von ‚optional‘ zu bevorzugen, der Artikel wird standardmäßig nicht reserviert man kann es jedoch bei Bedarf tun. Artikel die über Bestellvorschläge geplant werden sollten generell nicht reserviert werden.

Bedarfsverursacher Art

Hier muss ich aktuell leider passen – auch nach mehrstündiger Tests ist es mir nicht gelungen, einen Wirkungsunterschied bei verschiedenen Parametern herbeizuführen. Ich darf Sie dazu auf einen späteren Beitrag verweisen. Für Handelsbetriebe ohne Produktion kann hier auf jeden Fall ‚Keine‘ belassen werden.

Lagerhaltungsdaten vorhanden

Sie können Lagerhaltungsdaten verwenden, um Informationen über Ihre Artikel für einen bestimmten Ort oder einen bestimmten Variantencode aufzuzeichnen. Wenn selbige vorhanden sind dann kommen mit einem Klick auf den Link direkt dorthin.

Lagerhaltungsdaten (die englischen SKUs – die Stock Keeping Units) sind eine Ergänzung (oder besser Erweiterung) zu den Artikelkarten. Artikel können auf diese Art quasi zerteilt werden – in Abhängigkeit von Lagerort und/oder Variante. Wir sehen zwar trotzdem noch immer eine Gesamtanzahl des Artikels (am Lager, in Bestellungen oder Aufträgen) aber die Teileinheiten werden hinsichtlich Bestellparametern, Kosten, Planung etc. vom System unterschiedlich behandelt. Hätten wir also zwei SKUs aufgeteilt auf Lagerorte so werden diese in der Planung behandelt wie zwei unterschiedliche Artikel. Ich werde den Lagerhaltungsdaten noch einen eigenen Artikel widmen.


Toleranzperiode

Dieses Feld ist nur aktiv, wenn beim Wiederbeschaffungsverfahren weiter oben entweder ‚Feste Bestellmenge‘, ‚Auffüllen auf Maximalbestand‘ oder ‚Los für Los‘ eingestellt ist. Es gibt einen Zeitraum an, innerhalb dessen vom Planungssystem nicht vorgeschlagen werden soll, bestehende Beschaffungsaufträge in der Planung vorzuverlegen. Es muss mit einer Datumsformel gefüllt sein wobei die kürzeste Periode 1T(ag) ist.

Toleranzmenge

Gibt eine Toleranzmenge an, bis zu der unwichtige Änderungsvorschläge für eine vorhandene Lieferung gesperrt werden wenn die Änderungsmenge die Toleranzmenge nicht übersteigt. Dies macht m. M. nach allerdings nur Sinn wenn keine Losgrößen verwendet werden.

Kritisch

Zeigt an, ob der Artikel in Verfügbarkeitsberechnungen berücksichtigt wird, um ein Lieferdatum für einen übergeordneten Artikel zuzusagen.

Sicherheitszuschlag Beschaffungszeit

Erwartet eine Datumsformel, die als Sicherheitszuschlag (Pufferzeit) auf die Beschaffungszeit addiert werden soll, um Verzögerungen bei der Produktion, der Montage oder dem Einkauf abzufangen.

Beispielsweise könnte man hier (bezogen auf Handelsware) festlegen wie lange es durchschnittlich dauert, bis eine angelieferte Ware fertig zur Weiterverarbeitung ist. Dies kann der Einlagerungsprozess sein, könnte aber auch durch z.B. durch eine Qualitätskontrolle bedingt sein.

Sicherheitsbestand

Definiert eine Menge, die Sie immer im Lager verfügbar haben möchten, um gegen Schwankungen von Bedarf und Angebot während der Beschaffungszeit des Artikels geschützt zu sein. Der Sicherheitsbestand muss immer unter dem Minimalbestand liegen.

Bitte beachten: Wenn ein Sicherheitsbestand angegeben wird, dann wird im Bestellvorschlag rückwärts gerechnet weil davon ausgegangen wird, dass der Sicherheitsbestand HEUTE (= Planungszeitpunkt) da sein muss und daher vor n Perioden bestellt werden wird. Was natürlich nicht geht.
Wenn Sie also Bestellvorschläge (-arbeitsblätter) verwenden seien Sie sich dieser eigentümlichen Verhaltensweise bewusst.

Los für Los Parameter

Diese Parameter sind nur aktiv wenn beim Wiederbeschaffungsverfahren ‚Los-für-Los‘ gewählt wurde.

Lagerbestand berücksichtigen

Sollte unter diesen Voraussetzungen (Los für Los) immer auf Ja gesetzt sein. Mir ist es bis dato leider noch nicht gelungen einen Fall zu konstruieren wo dieser Parameter eine Auswirkung gehabt hätte.

Loskumulierungsperiode

Dieses Feld wird verwendet, um mehr als einen Bedarf in einer Einkaufsbestellung zusammenzufassen. Ab der ersten geplanten Lieferung kumuliert das System alle Erfordernisse (ich drücke mich um das Wort ‚Bedarfe‘) in der folgenden Loskumulierungsperiode zu einer Lieferung, die zum Datum der ersten Bestellung erstellt wird. Der Bedarf außerhalb der Loskumulierungsperiode wird durch diese Lieferung nicht abgedeckt. Hier wird eine Datumsformel erwartet (z.B. 2W).

Neuplanungsperiode

Dieses Feld wird verwendet, um zu bestimmen, ob die so genannte Ereignismeldung (= die Zeilen eines Bestellvorschlags bzw. Bestellarbeitsblatts nach der Planung) einen bestehenden Auftrag neu terminieren oder ihn stornieren (sinnigerweise als ‚Abbrechen‘ übersetzt) und einen neuen Auftrag erstellen soll. Der bestehende Auftrag wird innerhalb einer Neuplanungsperiode vor der aktuellen Lieferung und bis zu einer Neuplanungsperiode nach der aktuellen Lieferung neu terminiert. Auch hier wird eine Datumsformel erwartet (z.B. 2W).

Minimalbestandsparameter

Meldebestand (Minimalbestand)

Der so genannte ‚Reorder Point‘. Dieser definiert, ab Unterschreiten welcher Menge eine neue Planung angestoßen werden soll. Wird hier nichts eingegeben so ist der Minimalbestand 0, es wird also erst wieder geplant wenn der Bestand 0 Einheiten beträgt.

Bestellmenge

Definiert die feste Bestellmenge in Kombination mit dem gleichlautenden Wiederbeschaffungsverfahren

Maximalbestand

Auch dieser Parameter definiert eine Menge – allerdings jene bezogen auf das Wiederbeschaffungsverfahren ‚Auffüllen auf Maximalbestand‘.

Überlauf Level

Gibt eine Menge an, um die der voraussichtliche Lagerbestand den Melde(Mindest)bestand überschreiten darf, bevor das System vorschlägt, die Beschaffungsaufträge zu vermindern.

Zeitrahmen

Dieses Feld wird nur von den Wiederbeschaffungsmethoden ‚Feste Bestellmenge‘ und ‚Auffüllen auf Maximalbestand‘ verwendet. Nach Ablauf jedes Zeitrahmens (oder Planungszeitraumes) werden die (erwarteten) Bestände gegen den Minimalbestand geprüft. Der erste Zeitrahmen beginnt mit dem Planungsdatum. Bitte beachten Sie: Der Zeitrahmen berücksichtigt keine Kalendereinstellungen wie Wochenenden oder Feiertage.

Bestellungsmodifizierer

Minimale Losgröße

Diese Zahl bestimmt, wie groß die maximale Bestellmenge pro Artikel oder pro Lagerhaltungseinheit maximal sein darf.

Maximale Losgröße

Diese Zahl bestimmt, wie groß die minimale Bestellmenge pro Artikel oder pro Lagerhaltungseinheit sein muss.

Losgrößenrundungsfaktor

Diese Zahl bestimmt die Rundung für die zu bestellende Menge – 1 oder 0 bedeutet keine Rundung (bei geraden Zahlen…), bei 10 wird z.B. von 57 auf 60 als zu bestellende Menge gerundet.

Weiterführende Links zu diesem Thema:

Designdetails: Planungsparameter (link)
Bewährte Einrichtungsmethoden: Wiederbeschaffungsverfahren (link)
Designdetails: Umgang mit Wiederbeschaffungsrichtlinien (link)
Bewährte Einrichtungsmethoden: Planungsparameter (link)


Disclaimer: Wir wissen viel aber nicht alles und Fehler können passieren. Wenn Sie daher einen solchen finden – schreiben Sie uns bitte.

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